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ATLAS-Ausfuhr AES 3.0: Das ändert sich für Exporteure

Von · Zollexperte & CEO

AES 3.0 bringt neue Pflichtfelder, die kostenlose IAA-Plus läuft seit März 2026 nur noch über das Zoll-Portal. Was Exporteure jetzt tun müssen.

Ein Maschinenbauer aus dem Bergischen Land meldete seine Ausfuhren jahrelang selbst an — über die kostenlose Internet-Ausfuhranmeldung Plus (IAA-Plus) des Zolls. Im Frühjahr 2026 stand er plötzlich vor verschlossener Tür: Der bisherige Zugang zur IAA-Plus war abgeschaltet, die Anwendung lief nur noch über das neue Zoll-Portal, und ohne ein passendes ELSTER-Zertifikat kam er nicht mehr hinein. Der LKW wartete, die Anmeldung lag auf Eis. Genau solche Situationen häufen sich seit der Umstellung auf ATLAS-Ausfuhr AES 3.0. Wir erklären, was sich geändert hat und worauf Sie jetzt achten müssen.

Was ist AES 3.0?

ATLAS ist das elektronische Zollabwicklungssystem der deutschen Zollverwaltung (Automatisiertes Tarif- und Lokales Zoll-Abwicklungs-System). Für die Ausfuhr bildet es den europäischen Standard AES (Automated Export System) ab. Mit dem Release AES 3.0 wurde das deutsche Ausfuhrverfahren an die Vorgaben des Unionszollkodex (UZK) angepasst.

Die Umstellung ist kein Zukunftsthema mehr. Die Pflicht-Migration auf AES 3.0 ist seit Ende 2023 abgeschlossen — die neuen Datenanforderungen gelten seitdem für jede Ausfuhranmeldung. 2025 und 2026 kam die zweite Welle: der Umzug der Zugänge ins zentrale Zoll-Portal. Beide Änderungen treffen vor allem Unternehmen, die bisher selbst angemeldet haben.

Neue Pflichtangaben in der Ausfuhranmeldung

AES 3.0 hat das Datenmodell der Ausfuhranmeldung erweitert. Mehrere Angaben, die früher optional oder gar nicht erfasst wurden, sind jetzt Pflichtfelder:

Hinzu kommt: Auch die Struktur der MRN (Master Reference Number), mit der jede Anmeldung eindeutig identifiziert wird, wurde im Zuge von AES 3.0 angepasst. Was die MRN ist und wofür Sie sie brauchen, lesen Sie im Beitrag MRN-Nummer beantragen.

Für die Praxis heißt das: Eine Ausfuhranmeldung braucht heute mehr und genauere Daten als noch vor wenigen Jahren. Wer sie selbst erstellt, muss diese Felder korrekt befüllen — fehlende oder falsche Pflichtangaben führen zur Abweisung der Anmeldung.

Smart-Zoll-Tipp: Genau diese Pflichtfelder prüfen wir täglich — mit zertifizierter ATLAS-Software. Sie erfassen die Sendungsdaten selbst online, unsere Zollexperten achten auf die richtigen Befördererdaten, die Ursprungsdetails und die korrekten Codierungen, damit Ihre Anmeldung nicht an einem Detail scheitert.

Der Umzug ins Zoll-Portal — IAA-Plus nur noch mit Portal-Login

Die zweite große Änderung ist organisatorisch. Kleinere Exporteure gaben ihre Anmeldungen lange kostenlos über die browserbasierte Internet-Ausfuhranmeldung Plus (IAA-Plus) ab — ohne eigene Software. Seit dem 17. März 2026 ist sie nur noch nach einem Login im zentralen Zoll-Portal nutzbar; der bisherige eigenständige Zugang ist abgeschaltet. Die Anwendung selbst blieb unverändert, Stammdaten und Nachrichten wurden übernommen. Die letzte technische AES-Migrationsstufe war bereits am 14. Dezember 2025 erfolgt.

Der Login ist deutlich anspruchsvoller geworden:

Wer noch kein Portalkonto und kein passendes Zertifikat hat, kann seit dem Stichtag nicht mehr selbst anmelden. Die Einrichtung dauert und sollte rechtzeitig vor der nächsten Lieferung erledigt sein. Wenn Sie ohnehin noch keine EORI-Nummer haben, klären Sie diese Voraussetzung am besten gleich mit.

Smart-Zoll-Tipp: Kein ELSTER-Zertifikat, kein Portalkonto, keine Zertifikatsverwaltung — wir besitzen den ATLAS-Zugang und übermitteln Ihre Anmeldung. Sie erstellen sie selbst online, die Übermittlung läuft über uns — und jeder in Ihrem Team kann sich mit der zugehörigen EORI-Nummer bei uns anmelden.

Was das für Sie als Exporteur bedeutet

Beide Wellen zusammen erhöhen den Aufwand für die Eigenanmeldung spürbar: mehr Pflichtfelder, eine angepasste Datenstruktur und ein neuer, zertifikatsgebundener Portalzugang. Für Unternehmen, die nur gelegentlich exportieren, steht der Aufwand für Einrichtung und Pflege oft in keinem Verhältnis zur Zahl der Anmeldungen.

Genau hier setzt eine Zollagentur an. Wir verfügen über den ATLAS-Zugang und die zertifizierte Software. Sie erstellen die Ausfuhranmeldung selbst in unserem Online-Formular — inklusive der neuen Pflichtangaben —, wir prüfen sie und melden im ATLAS-Verfahren an. Sie brauchen kein eigenes ELSTER-Zertifikat, kein Portalkonto und müssen sich nicht mit AES-3.0-Datenfeldern befassen. Wie der Ablauf im Detail aussieht und welche Daten wir benötigen, lesen Sie auf unserer Seite zur Ausfuhranmeldung & ABD.

Korrekte Pflichtangaben setzen voraus, dass die Warennummern stimmen — eine falsche Tarifierung zieht sich durch die gesamte Anmeldung. Wie Sie die richtige Warennummer finden, erklären wir im Beitrag Zoll-Tarifierung verstehen.

Kurz-Checkliste für Selbstanmelder

Wenn Sie weiter selbst anmelden wollen, brauchen Sie:

Smart-Zoll-Tipp: Oder Sie machen es sich einfach — Sie erstellen die Zollanmeldung bei uns selbst online, wir kennen die Pflichtfelder, prüfen Ihre Angaben und stellen Ihnen das ABD digital zu. Schnell, geprüft, ohne Verzögerung.

Fazit

AES 3.0 hat die Ausfuhranmeldung in zwei Schritten verändert: inhaltlich durch neue Pflichtfelder (Beförderer, Beförderungsmittel, Ursprungsland, getrennte Ausführerangaben) und organisatorisch durch den Umzug der IAA-Plus ins Zoll-Portal seit dem 17. März 2026. Wer selbst anmeldet, muss beides beherrschen — Datenmodell und Portalzugang. Wer den Aufwand nicht selbst tragen will, lagert die Anmeldung aus und liefert trotzdem ohne Verzögerung.

Genau dafür gibt es unsere Zollsoftware: Sie erfassen die Ausfuhranmeldung im Browser, ohne eigenen ATLAS-Zugang und ohne Zertifikatsverwaltung.

Möchten Sie Ihre Ausfuhren ohne Portal-Hürden und Zertifikatsverwaltung abwickeln? Auf unserer Seite zur Ausfuhranmeldung sehen Sie, wie Sie die Anmeldung bei uns selbst online erstellen — von Zollexperten geprüft und digital zugestellt.

Quellen

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