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Was kostet die Verzollung in die Schweiz?

Von · Zollexperte & CEO

Ausfuhranmeldung, Einfuhrabgaben, Schweizer MwSt und Zollgebühren: Womit Exporteure bei der Verzollung in die Schweiz rechnen müssen.

Ein Schreinerei-Betrieb aus dem Allgäu verkaufte zum ersten Mal eine Charge Massivholzmöbel an einen Kunden in Zürich. Der Auftrag war kalkuliert, die Marge stimmte — bis am Ende eine Rechnung des Spediteurs über Verzollungsgebühren auf dem Tisch lag, mit der niemand gerechnet hatte. Die Frage, die sich danach jeder Exporteur stellt, lautet: Was kostet die Verzollung in die Schweiz eigentlich wirklich — und welche Posten lassen sich vorher kalkulieren?

Welche Kostenarten entstehen (Überblick)

Bei einer Lieferung in die Schweiz fallen Kosten an zwei Grenzen an. Es hilft, sie sauber zu trennen:

  1. EU-Seite: die Ausfuhranmeldung in Deutschland — bei uns eine Dienstleistung mit festem Preis.
  2. Schweiz-Seite: die eigentlichen Einfuhrabgaben (Einfuhrzoll und Schweizer Einfuhrsteuer) plus die Zollabfertigungsgebühr des Spediteurs oder Verzollers.

Wer beide Seiten getrennt betrachtet, vermeidet die typische Überraschung: Die EU-seitige Anmeldung ist überschaubar, die Schweizer Abgaben und die Abfertigungsgebühr machen oft den größeren Anteil aus.

EU-seitig: Ausfuhranmeldung/ABD

Da die Schweiz aus EU-Sicht ein Drittland ist, braucht jede kommerzielle Lieferung eine elektronische Ausfuhranmeldung im ATLAS-Verfahren. Daraus entsteht das Ausfuhrbegleitdokument (ABD), das die Sendung bis zur Ausgangszollstelle begleitet. Wie das im Detail abläuft, beschreiben wir im Beitrag zur Ausfuhranmeldung.

Bei uns kostet eine Ausfuhranmeldung 30 € pro Anmeldung (Großkunden ab 25 €). Der Basispreis enthält eine Tarifposition (Warennummer); jede weitere Position kostet 5 €. Die Preise verstehen sich netto zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer. Eine Sendung mit einer einzigen Warennummer ist also mit 30 € abgedeckt, eine gemischte Palette mit mehreren Warennummern entsprechend mehr. Den vollständigen Überblick finden Sie auf unserer Seite Preise.

Schweiz-seitig: Einfuhrzoll, Einfuhrsteuer (MwSt), Zollabfertigung

Auf der Schweizer Seite der Grenze entstehen drei Posten:

Wann Präferenzzoll spart

Zwischen der EU und der Schweiz besteht ein Freihandelsabkommen. Für Waren mit EU-Ursprung lässt sich damit der Schweizer Einfuhrzoll vermeiden — vorausgesetzt, die Ware erfüllt die Ursprungsregeln und es liegt ein gültiger Ursprungsnachweis vor (etwa eine Warenverkehrsbescheinigung EUR.1 oder eine Ursprungserklärung auf der Rechnung).

Zwei Punkte sind dabei entscheidend:

Rechenbeispiel

Zur Illustration ein hypothetisches Beispiel — die Zahlen dienen nur dem Verständnis, nicht als amtliche Tarifauskunft:

Ein Möbelhersteller versendet eine Sendung im Warenwert von 4.000 €, eine einzige Warennummer, mit gültigem EU-Ursprungsnachweis.

Ohne Ursprungsnachweis käme der gewichtsbasierte Schweizer Zoll als weiterer Posten hinzu. Das Beispiel zeigt: Der größte beeinflussbare Hebel ist der korrekte Präferenznachweis.

Fazit

Die Verzollung in die Schweiz kostet nicht „eine” Gebühr, sondern setzt sich aus mehreren Posten zusammen: der EU-seitigen Ausfuhranmeldung, dem Schweizer Einfuhrzoll, der Einfuhrsteuer von 8,1 % und der Abfertigungsgebühr des Verzollers. Wer den Ursprungsnachweis sauber führt, spart den Einfuhrzoll — die Einfuhrsteuer bleibt jedoch.

Einen vollständigen Überblick über Ablauf, Pflichten und unsere Unterstützung beim Schweiz-Export finden Sie auf unserer Seite Export in die Schweiz. Dort begleiten wir Sie von der Ausfuhranmeldung bis zum Ursprungsnachweis.

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